Ein paar Worte über das Wesen und den Sinn der Freimaurerei aus meiner Perspektive:

Die Freimaurerei ist eine sehr alte Methode zur Persönlichkeitsentwicklung. Es geht um Selbsterkenntnis, intellektuellen Diskurs, Werte und Freundschaft.

Als Freimaurer fühlen wir uns den fünf Grundprinzipien der Freimaurerei verpflichtet. Diese sind: Freiheit – Gleichheit– Brüderlichkeit – Toleranz – Humanität
Jeder dieser Werte ist für Freimaurer von großer Bedeutung.

Die Freimaurerei betrachtet sich in der Tradition der Aufklärung, genauso wie es berühmte Geister der Geschichte getan haben, wie z. B. Goethe, Lessing, Mozart oder Voltaire.
Vernunft und moderne Wissenschaft sind in der Freimaurerei wichtige Werkzeuge, genauso, wie es die alten Weisheiten von Platon, Pythagoras oder Sokrates sind.
Aufklärung bedeutet im Sinne der Freimaurerei die Abkehr von Dogmen und dem blinden Glauben an Autoritäten. Aufklärung im Sinne der Freimaurerei ist aber auch kein apodiktischer Rationalismus. Wir betrachten die Wissenschaft als einen der wichtigsten Schlüssel zum Verständnis der Welt. Wir sehen aber auch, dass viele Fragen zur Schöpfung und ihrer Ausprägung noch nicht beantwortet werden konnten.

Unsere Inhalte und Botschaften vermitteln wir über Symbole. In Allegorien verpackt ermöglichen sie den Zugang zum Unterbewussten und damit jedem Bruder einen individuellen Zugang zu altem Wissen und sich selbst.

Wer geschäftliche und monetäre Vorteile in der Freimaurerei erhofft, ist in den Logen definitiv fehl am Platz. 

Freimaurerei heißt Arbeit an sich selbst

In der Loge arbeiten die Brüder und Schwestern gemeinsam und jeder für sich daran, den freimaurerischen Prinzipien gerecht zu werden. Durch die Arbeit an uns selbst versuchen wir uns weiter zu entwickeln, die eigene Persönlichkeit und den eigenen wahren Willen zu erkennen. Das Ziel ist die charakterliche Selbstveredelung.
Freimaurer arbeiten daran, aus guten Männern/Frauen bessere Männer/Frauen zu machen, um in der Welt entsprechend wirken zu können und so wie wir es nennen, zum Tempel der Humanität beizutragen.

Was der Freimaurer glaubt, ist ihm überlassen

In der Freimaurerei sind grundsätzlich Brüder und Schwestern aller Glaubensrichtungen willkommen. In Deutschland gibt es unterschiedliche Lehrarten, von denen einige eher christlich ausgerichtet sind und andere eher humanitär.
Neben den drei, wie wir sie nennen, blauen Graden der Johannis Maurerei (Lehrling, Geselle und Meister) gibt es in allen Lehrarten noch vertiefende Erkenntnisstufen oder Hochgrade. Diese sind optional und werden nur von einem kleinen Teil der Freimaurer wahrgenommen.
Was uns eint, ist der Glaube an eine höhere Ordnung, eine schöpferische Kraft oder Prinzip, dass wir mit dem Großen Baumeister aller Welten bezeichnen.
Auch wenn es durchaus Atheisten und Agnostiker in der Freimaurerei gibt, so basiert die Freimaurerei historisch nicht nur auf ethischen Werten, sondern bietet mit ihrer Symbolik den Zugang zu sehr altem Wissen über die Zusammenhänge der Welt und der Schöpfung. Dieses Wissen wird in der Freimaurerei nicht entschlüsselt. Es obliegt jedem einzelnen in der Symbolik Antworten zu suchen und zu finden. 

Neben geselligen Treffen und Vortragsabenden ist das Ritual des zentrale Element der Freimaurerei, dass sie deutlich von anderen Gruppierungen unterscheidet. Im Ritual erlebt der Freimaurer rituelle Wechselgespräche in ehrwürdiger Atmosphäre. Die Rituale finden im so genannten Tempel statt. Dieses ist ein Ort, in dem die Brüder zur Ruhe kommen, sich ihren Gedanken hingeben und auch aktiv am Ritualgeschehen teilnehmen. Durch das Erleben des Rituals wird der Freimaurer immer wieder angeregt, über sich, seine Mitmenschen, die Gesellschaft und die Schöpfung nachzudenken. Was er daraus macht, bleibt ihm überlassen. Die Freimaurerei ist, wie man sieht, ein sehr individueller Weg.

Daher gibt es durchaus so etwas wie ein Geheimnis in der Freimaurerei. Nur leider kann man es nicht verraten. Man kann es nur durch den Besuch des Rituals und die Auseinandersetzung mit der Symbolik für sich entdecken. Das eigentliche Geheimnis liegt im Menschen selber und kann auch nur dort gefunden werden.F

Es gibt viele Gründe Freimaurer werden zu wollen.
Den einen reizt das geheimnisvolle, der andere möchte Teil einer weltumspannenden Bruder- oder Schwesterkette sein, und wiederum andere wünschen sich einen Bund von Menschen, denen sie in jeder Hinsicht vertrauen können.
Viele erkennen die Bedeutung von Werten in der Gesellschaft für sich und wollen dazu beitragen, die Welt ein wenig besser zu machen. 
Andere suchen einen Weg zur Selbsterkenntnis oder zur spirituellen Entwicklung.
Manch einer steht in der Mitte seines Lebens und stellt fest, dass es doch noch mehr geben muss, einen Sinn, eine Aufgabe, die über Beruf und Familie hinausgeht.
Für alle diese Männer kann die Freimaurerei einen Sinn ergeben.

Freimaurer sein fordert heraus

Damit das Logenleben funktionieren kann, ist eine regelmäßige Teilnahmen sinnvoll. Daher sollte man sich überlegen, ob man eine Loge wählt, die sich wöchentlich trifft oder lieber eine mit niedriger Frequenz.
Wesentliche Voraussetzung ist eine gewisse Verbindlichkeit. Nach Beruf und Familie sollte die Loge zu einem wichtigen Bestandteil des Lebens werden. Die Arbeit an sich selbst geschieht im Alltag. Die Inspiration passiert im Ritual und in den Gesprächen mit den Brüdern und Schwestern. 
Insofern ist die Freimaurerei durchaus zeitintensiv.

Die Freimaurerei verändert die meisten Menschen schon nach kurzer Zeit zum Positiven. Freunde, Kollegen und Familie merken schnell, wie sich die Ausgeglichenheit erhöht und auch die Zufriedenheit zunimmt. So hat die Freimaurerei schon im engen Kreis einen positiven Einfluss und wenn der Freimaurer es richtig macht, wird sich dieser Einfluss im Sinne eines friedvollen und von Liebe geprägten Umgangs immer weiter vergrößern.