Ein Toast auf dieses Thema stellt für mich immer eine besondere Herausforderung dar, gerade in Zeiten zunehmenden Rechtspopulismus und Nationalismus. Und dann auch noch in so kurzer Form. Ich habe es dennoch probiert.

Sehr ehrwürdiger Meister, liebe Brüder alle,

das Vaterland -ein kontroverser Begriff, der manch einem vor allem deswegen so schwer über die Lippen geht, weil er in vergangenen Zeiten oft missbräuchlich verwendet wurde und dadurch oft mit der Vorstellung einer eigenen Überlegenheit verbunden ist. Angesichts unserer Historie sind wir zurecht sensibel, was solche Gedanken angeht. 

Lösen wir uns aber davon und überlegen, was Vaterland heute bedeuten kann, dann kommen wir nicht umhin festzustellen, dass der Wunsch nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe, jeden Menschen irgendwie bewegt. Der eine identifiziert sich mit einem Verein oder der Loge, die andere mit einer Stadt, wieder andere mit ihrem Land, andere als Europäer und wiederum andere betrachten sich als Weltbürger.

Befreien wir uns von Überlegenheitsvisionen und nehmen den Begriff einfach auf eine rein positive Weise und legen den Fokus auf das, was in dem Land in dem wir geboren sind gut und erwähnenswert ist, dann bekommt es einen neuen Sinn.

Und nehmen wir die Identifikation mit unserem Vaterland auch als Verpflichtung, dieses Land so zu gestalten, dass alle Menschen in diesem Land die gleichen Chancen haben und die starken für die schwachen einstehen, dann hilft uns der Begriff, hier einen Zugang als Gemeinschaft zu finden. 

Nehmen wir es als Land unserer Väter und Mütter und als den Ort an dem wir geboren sind und für dessen Wohlergehen, wir uns einsetzen sollten, jeder an dem Platz an dem er sich befindet und im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten. 

Wenn wir dann noch akzeptieren, dass es viele Vater- und Mutterländer gibt und alle auf Augenhöhe und zum Wohle aller Menschen miteinander interagieren sollten, dann kann der Begriff Vaterland sehr segensreich sein. 

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